Baubranche: Natürlich und gemütlich behütet unterm Reetdach


Sie strahlen Gemütlichkeit und Idylle aus und sind zeitlos schön – mit Reet gedeckte Häuser haben einen ganz besonderen Charme und die luftgefüllten Schilfhalme bieten außerdem eine hervorragende Wärmedämmung sowie einen ausgezeichneten Schallschutz. Reet wird seit ca. 6.000 Jahren für die Dacheindeckung verwendet, doch inzwischen kommt der Baustoff nur noch selten aus Deutschland, sondern zunehmend aus Österreich, der Türkei, Osteuropa oder China. Wer mit einem Reetdach liebäugelt, sollte jedoch weniger auf die Herkunft der verwendeten Schilfhalme achten, sondern auf andere Faktoren. So eignet sich für das Dach zum Beispiel nur einjähriges Schilf, da es am elastischsten ist und idealerweise einen Durchmesser von vier bis sechs Millimetern hat. Außerdem müssen Reetdächer eine Neigung von mindestens 45 Grad haben, da sonst das Regenwasser nicht ordentlich ablaufen kann. Experten empfehlen eine zweischalige Konstruktion mit Hinterlüftung fürs Reetdach, damit sich zwischen Dachsparren und Reet keine Staunässe bildet. Da Regenrinnen nicht befestigt werden können, sollte der Überstand des Daches mit wenigstens 30 Zentimetern eingeplant werden, damit die Hauswand trocken bleibt. Die Verarbeitung des Schilfs sollte ausschließlich Spezialisten überlassen werden, denn nur sie können die gebündelten Halme nahtlos anbringen und sicher befestigen und so eine Eindeckung gewährleisten, die mindestens 30 Jahre hält. © Fotolia.de / wladi